Parasiten

Spaziergang auf den Spuren des Kots: Im belgischen Jalhay lehrt ein Naturführer, Wildtierkot zu lesen, und das verrät der Kot von Hund oder Katze über die Gesundheit

Am 31. Oktober berichtete der belgische Sender RTBF über einen ungewöhnlichen Spaziergang in Jalhay in der Provinz Lüttich: Naturführer Garry Masson führte die erste „Kot-Wanderung“ und zeigte, wie man am Kot von Wildtieren erkennt, was sie gefressen haben, wann und wohin sie gezogen sind und ob sie gesund sind. Laut dem Führer hinterlassen Wölfe und Füchse im Kot Botschaften für Artgenossen. Wir erklären, was Tierspuren verraten, warum Wildtierkot für Hunde gefährlich ist und warum Tierärzte raten, auf den Kot der eigenen Tiere zu achten.

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Junger Mann mit Husky auf einem Feld
Foto: Freepik
Inhalt des Artikels
  1. Was geschehen ist
  2. Das Hohe Venn und seine Bewohner
  3. Botschaften im Kot
  4. Drosseln gegen Raubvögel
  5. Was sich am Kot erkennen lässt
  6. Warum Wildtierkot für Hunde gefährlich ist
  7. Fuchsbandwurm: was Sie wissen sollten
  8. Warum Hunde Kot fressen
  9. Warum Hunde sich in Kot wälzen
  10. Wie Sie Hund und Familie schützen
  11. Zecken im Herbst
  12. Wie Sie den Hundekot richtig entsorgen
  13. Kinder, Natur und Hygiene
  14. Kot im Garten: Katzen und Füchse
  15. Was der Kot des Hundes über seine Gesundheit verrät
  16. Kot der Katze und das Katzenklo
  17. Wie oft Sie gegen Parasiten behandeln sollten
  18. Wie Sie eine Kotprobe abgeben
  19. Kot als Wissenschaft
  20. Was das für Europa bedeutet
  21. Wann Sie in die Tierarztpraxis gehen sollten

Was geschehen ist

Am 31. Oktober 2026 berichtete der öffentlich-rechtliche belgische Sender RTBF über eine ungewöhnliche Exkursion in Jalhay, einer Gemeinde in der Provinz Lüttich am Rand des Hohen Venns. Naturführer Garry Masson leitete die erste „Kot-Wanderung“, bei der die Teilnehmenden lernten, die Hinterlassenschaften von Wildtieren zu lesen.

Laut dem Führer verrät Kot sehr viel: was das Tier gefressen hat, wann es hier vorbeikam, wohin es unterwegs war und wie es um seine Gesundheit steht.

Die wichtigsten ZahlenKot-Wanderung in Jalhay
1.Spaziergang dieser Artdie erste Exkursion von Garry Masson
4Fragen, die Kot beantwortetNahrung, Zeit, Weg und Gesundheit
2Raubtiere mit „Botschaften“Wolf und Fuchs
1Regel für Hundefremden Kot weder beschnüffeln noch fressen

RTBF; 31. Oktober 2026

Das Hohe Venn und seine Bewohner

Jalhay liegt am Hohen Venn, einem der bekanntesten Naturschutzgebiete Belgiens mit Mooren, Heiden und Wäldern. Hier leben Hirsche, Rehe, Wildschweine, Füchse, Dachse und viele Vögel, und in den letzten Jahren sind auch Wölfe in die Gegend zurückgekehrt. Für Naturkundler sind solche Orte eine echte Spurenbibliothek: Kot, Pfotenabdrücke und Fraßspuren erzählen vom Leben der Tiere, die man selten zu sehen bekommt.

Botschaften im Kot

Garry Masson erklärt, dass territoriale Tiere wie Wölfe und Füchse im Kot Botschaften hinterlassen, die andere Tiere „lesen“. Kot an gut sichtbarer Stelle, auf einem Stein, einem Baumstumpf oder an einer Wegkreuzung, teilt Artgenossen mit, dass das Revier besetzt ist, wer hier lebt und sogar, in welchem Zustand das Tier ist. Duftmarken sind ein wichtiger Teil der Kommunikation vieler Säugetiere.

Drosseln gegen Raubvögel

Der Führer erzählte auch von einer anderen erstaunlichen Verwendung von Kot. Werden Drosseln von einem Greifvogel oder einem Raben angegriffen, sammeln sie sich laut Masson über ihm und beschießen ihn mit Kot, um ihn außer Gefecht zu setzen. Eine Teilnehmerin wunderte sich, als sie erfuhr, dass eine Substanz tierischen Ursprungs sogar in der Parfümerie verwendet wird.

Was sich am Kot erkennen lässt

Spurenfachleute bestimmen am Kot die Tierart, ihre Größe, ihre Nahrung und sogar die Jahreszeit. Im Fuchskot sieht man oft Haare, Knochen kleiner Nager und Beerenkerne. Der Kot von Reh und Hirsch besteht aus festen „Kügelchen“ von Pflanzenfressern. An der Frische lässt sich erkennen, ob das Tier kürzlich hier vorbeikam. Auch die Wissenschaft nutzt Kot für ernsthafte Forschung: Mit seiner DNA werden einzelne Tiere bestimmt, Bestände geschätzt und Krankheiten untersucht.

Warum Wildtierkot für Hunde gefährlich ist

Für Hunde ist fremder Kot ein verlockender Geruch und manchmal ein „Leckerbissen“. Er kann aber Parasiten und Krankheitserreger enthalten. Im Fuchskot kommen in Belgien und den Nachbarländern, auch in Deutschland, Eier des Fuchsbandwurms vor, der für Menschen gefährlich ist. Im Kot verschiedener Tiere finden sich Spulwurmeier, Oozysten von Einzellern und Bakterien wie Salmonellen. Ein Hund, der sich in Kot wälzt oder ihn frisst, kann sich selbst anstecken und Parasiteneier im Fell ins Haus tragen.

Fuchsbandwurm: was Sie wissen sollten

Die alveoläre Echinokokkose ist eine seltene, aber schwere Krankheit des Menschen, bei der sich in der Leber Larven des Fuchsbandwurms entwickeln. Die erwachsenen Würmer leben im Darm von Füchsen, manchmal auch von Hunden und Katzen, die sich über gefressene Mäuse und Wühlmäuse anstecken. Menschen infizieren sich, indem sie mikroskopisch kleine Parasiteneier schlucken: über ungewaschene Hände, Beeren, Gemüse oder das Tierfell. Hunden, die Nager jagen, verordnen Tierärzte eine regelmäßige Behandlung gegen Bandwürmer.

Warum Hunde Kot fressen

Kotfressen, also Koprophagie, ist bei Hunden häufig. Manchmal ist es eine Gewohnheit aus dem Welpenalter, manchmal ein Zeichen von Langeweile, Hunger, Nährstoffmangel oder Verdauungsproblemen. Besonders mögen Hunde den Kot von Pflanzenfressern und das Katzenklo. Frisst Ihr Hund ständig Kot, besprechen Sie das in der Tierarztpraxis, um Krankheiten auszuschließen, üben Sie unterwegs das Kommando „Aus“ und führen Sie ihn in Gebieten mit vielen Wildtieren an der Leine.

Warum Hunde sich in Kot wälzen

Viele Hunde wälzen sich mit Vergnügen in Kot und Aas. Fachleute haben verschiedene Erklärungen: den Wunsch, den eigenen Geruch zu überdecken, dem Rudel „Neuigkeiten“ mitzubringen oder einfach das Interesse an starken Gerüchen. Wie auch immer: Nach so einem Spaziergang sollten Sie den Hund waschen und das Fell auf Zecken und Schmutz prüfen.

Wie Sie Hund und Familie schützen

  1. Entwurmen Sie Ihren Hund regelmäßig nach dem Plan, den die Tierarztpraxis erstellt.
  2. Lassen Sie den Hund keinen Kot, kein Aas und keine gefangenen Nager fressen.
  3. Waschen Sie sich die Hände nach Spaziergängen und Kontakt mit dem Hund, besonders Kinder.
  4. Waschen Sie den Hund, wenn er sich in Kot gewälzt hat.
  5. Sammeln Sie den Kot Ihres Hundes auf: So schützen Sie andere Hunde und Menschen.

Zecken im Herbst

Ein Herbstspaziergang im Wald bedeutet nicht nur Kot, sondern auch Zecken, die bei mildem Wetter bis in den Spätherbst aktiv bleiben. Untersuchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang, besonders Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Leiste, und behandeln Sie ihn rechtzeitig mit einem Zeckenmittel. Auch Teilnehmende an Exkursionen sollten Kleidung und Haut absuchen.

Wie Sie den Hundekot richtig entsorgen

Hundekot sollten Sie nicht nur in der Stadt aufsammeln, sondern auch im Park und im Wald an Wegen. Eier mancher Parasiten überleben monatelang im Boden und stecken andere Hunde und Menschen an. Verwenden Sie Beutel und werfen Sie sie in den Abfalleimer, statt sie an Büschen zu hinterlassen. Das ist Rücksicht auf Nachbarn, Kinder auf Spielplätzen und andere Tiere.

Kinder, Natur und Hygiene

Kinder erforschen gern Spuren und interessieren sich nach dem Vorbild der Erwachsenen vielleicht für Tierkot. Das ist ein toller Anlass, über die Natur zu sprechen, aber erklären Sie die Regeln: anschauen, fotografieren, nur mit einem Stöckchen und Handschuhen berühren und danach unbedingt die Hände waschen. So bleibt die Begegnung mit der Natur spannend und sicher.

Kot im Garten: Katzen und Füchse

In Gärten und Höfen findet sich oft Kot von Füchsen, Igeln und Katzen. Tragen Sie bei der Gartenarbeit Handschuhe und waschen Sie sich danach die Hände. Sandkästen sollten abgedeckt sein, damit keine Katzen hineingehen: Im Katzenkot können Parasiten wie Toxoplasmen sein. Beeren und Gemüse aus Beeten, an die Füchse gelangen können, sollten Sie vor dem Essen gründlich waschen.

Was der Kot des Hundes über seine Gesundheit verrät

Tierärzte raten, regelmäßig auf den Kot des eigenen Tieres zu schauen: So lassen sich Probleme früh erkennen. Normaler Hundekot ist geformt, braun, ohne Schleim und Blut. Aufmerksam werden sollten Sie bei:

  • Durchfall, besonders wenn er länger als ein bis zwei Tage dauert;
  • Blut: hellrotes Blut oder schwarzer, teerartiger Kot;
  • Schleim und weißen Stückchen, die wie Reis oder Nudeln aussehen, möglicherweise Würmer;
  • sehr hellem oder fettigem Kot;
  • Verstopfung und Pressen ohne Ergebnis.

Kot der Katze und das Katzenklo

Auch bei Katzen sagen Veränderungen im Katzenklo viel über die Gesundheit. Durchfall, Schleim, Blut, sehr harter Kot, die Weigerung, das Klo zu benutzen, oder Kot daneben sind ein Grund, genauer hinzusehen. Achten Sie auch auf den Urin: Geht die Katze oft mit kleinen Mengen oder presst sie ohne Ergebnis, besonders ein Kater, kann das ein Notfall sein.

Wie oft Sie gegen Parasiten behandeln sollten

Den Entwurmungsplan erstellt die Tierarztpraxis passend zum Lebensstil des Tieres. Hunde, die viel im Wald unterwegs sind, Nager jagen, Aas oder Kot fressen, brauchen häufigere Behandlungen als Stadthunde. Freigängerkatzen, die Mäuse fangen, brauchen sie häufiger als Wohnungskatzen. Welpen und Kitten haben einen eigenen Plan, den Sie beim ersten Praxisbesuch besprechen.

Wie Sie eine Kotprobe abgeben

Die Tierarztpraxis kann Sie um eine Kotprobe bitten, um auf Parasiten zu untersuchen. Meist wird frischer Kot, manchmal über mehrere Tage, in einem sauberen Behälter gesammelt und am selben Tag in die Praxis gebracht oder bis zum Besuch im Kühlschrank aufbewahrt. Regelmäßige Untersuchungen helfen, die Behandlung nicht „blind“, sondern nach dem Ergebnis zu wählen.

Kot als Wissenschaft

Kot ist eines der wichtigsten Werkzeuge von Feldbiologen. Mit ihm lässt sich die Nahrung seltener Arten erforschen, ohne sie zu stören, per DNA lassen sich einzelne Wölfe bestimmen und die Rudelgröße schätzen, über Hormone im Kot das Stressniveau und über Parasiten und Bakterien die Gesundheit einer Population. Viele Studien an Wildtieren in Europa beginnen mit sorgfältig gesammelten Kotproben.

Was das für Europa bedeutet

Exkursionen auf den Spuren von Tieren werden in Belgien, den Niederlanden, Deutschland und anderen Ländern immer beliebter und helfen Menschen, die Natur vor der Haustür besser zu verstehen. Für Hundehalter ist die wichtigste Erkenntnis einfach: Wildtierkot ist ein interessantes Beobachtungsobjekt, aber nichts zum Beschnüffeln und schon gar nicht zum Fressen. Und den Kot Ihres eigenen Tieres sollten Sie als kostenlosen täglichen Gesundheitscheck betrachten.

Wann Sie in die Tierarztpraxis gehen sollten

Gehen Sie in die Tierarztpraxis, wenn Durchfall bei Hund oder Katze länger als einen Tag dauert, Blut oder Schleim im Kot ist, der Kot schwarz ist, Sie Würmer darin entdecken oder Ihr Tier häufig Kot frisst. Dringend ist es, wenn Durchfall mit Erbrechen, Mattigkeit oder Futterverweigerung einhergeht oder wenn ein Welpe, ein Kitten oder ein altes Tier erkrankt ist.

Quellen

  1. RTBF, 31. Oktober 2026
Thema: ParasitenTiere: Hunde KatzenLand: Belgien