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Impfungen für exotische Heimtiere: wer sie braucht

Nicht jedes exotische Heimtier braucht Impfungen. Wichtig ist, die Tiergruppen nicht zu verwechseln: Kaninchen sind keine Nagetiere (sie gehören zu den Hasenartigen), und Frettchen sind Raubtiere, verwandt mit den Mardern. Daraus ergeben sich unterschiedliche Impfpläne.

Kaninchen – unbedingt impfen

  • Hämorrhagische Kaninchenkrankheit (RHD, „Chinaseuche“) – ausgelöst durch die Viren RHDV1 und RHDV2, sehr hohe Sterblichkeit. Das Virus wird über Schuhe, Gras und Heu eingeschleppt und von Insekten übertragen – deshalb sollten auch reine Wohnungskaninchen geimpft werden.
  • Myxomatose – wird von Stechmücken und Flöhen übertragen und verläuft ohne Impfung fast immer tödlich.
Es gibt Kombinationsimpfstoffe gegen Myxomatose und beide RHD-Typen mit jährlicher Wiederholung sowie Einzelimpfstoffe. In Gegenden mit hohem Myxomatose-Risiko kann die Tierärztin oder der Tierarzt eine Auffrischung alle 6 Monate empfehlen. Der Impfplan richtet sich nach dem jeweiligen Impfstoff; Empfehlungen gibt auch die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet).

Frettchen – impfen

  • Staupe – für Frettchen fast immer tödlich. Einen speziell für Frettchen zugelassenen Impfstoff gibt es in Deutschland nicht immer; dann wählt die Tierärztin oder der Tierarzt einen geeigneten Impfstoff und Plan aus (Umwidmung).
  • Tollwut – Pflicht für Reisen ins Ausland (EU-Heimtierausweis) und empfehlenswert bei Freigang.

Nager (Meerschweinchen, Ratten, Hamster, Chinchillas, Degus) – meist keine Impfung

Für sie gibt es keine zugelassenen Impfstoffe. Schutz bedeutet:
  • Quarantäne für neue Tiere von mindestens 30 Tagen;
  • gutes Heu und Futter, frisches Wasser;
  • ein Gehege ohne Zugluft und Überhitzung;
  • eine Untersuchung bei einer heimtierkundigen Tierarztpraxis nach dem Kauf und einmal im Jahr.

Papageien und andere Ziervögel – meist keine Impfung

Impfstoffe gegen Newcastle-Krankheit und andere Infektionen sind für Nutzgeflügel entwickelt. Einen zugelassenen Impfstoff gegen Psittakose (Papageienkrankheit) für Heimvögel gibt es nicht. Vorbeugung: 30–45 Tage Quarantäne, Kauf bei seriösen Züchtern, PCR-Test auf Chlamydien beim neuen Vogel. Psittakose ist auch für Menschen gefährlich.

Reptilien – keine Impfstoffe

Die Gesundheit von Schildkröten, Echsen und Schlangen hängt von der Haltung ab: richtige Temperatur, UV-Licht, Luftfeuchtigkeit, Futter. Viele Reptilien tragen Salmonellen ohne Symptome in sich – waschen Sie nach jedem Kontakt die Hände, besonders wenn Kinder im Haushalt leben.

Wann sofort zum Tierarzt

  • das Kaninchen frisst nicht mehr oder setzt länger als 12 Stunden keinen Kot ab (Magen-Darm-Stillstand ist ein Notfall);
  • Schwellungen an Lidern, Nase oder Ohren beim Kaninchen (Verdacht auf Myxomatose);
  • der Vogel sitzt aufgeplustert am Käfigboden oder hat Nasenausfluss;
  • jedes exotische Tier, das plötzlich matt wird – Krankheiten bleiben bei ihnen oft bis zuletzt verborgen.

Quellen

  • WSAVA Guidelines for the Vaccination of Dogs and Cats, 2024 (Abschnitt zu Frettchen).
  • Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet): Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, aktuelle Fassung.
  • BSAVA Manual of Rabbit Medicine; Fachinformationen der Impfstoffe gegen RHDV1/RHDV2 und Myxomatose.
  • Compendium of Measures to Control Chlamydia psittaci Infection Among Humans and Pet Birds (NASPHV, 2017).
Redaktion Pfoteka
Gesundheit und Vorbeugung