Inhalt des Artikels
- Was geschehen ist
- Wer die Spürhunde der Quarantänebehörde sind
- Wie Spürhunde Tiere schützen
- Was beim Treffen geschah
- Wie Korea Familien hilft
- Das größte Problem sind die Behandlungskosten
- Unterstützungszentrum und lebenslange Fürsorge
- Wie man in Korea einen solchen Hund aufnimmt
- Das Leben des Hundes nach dem Dienst
- Die Gesundheit eines älteren Hundes: worauf Sie achten sollten
- Was das für Europa bedeutet
- Wenn Sie in Europa einen ehemaligen Diensthund aufnehmen möchten
- Wann Sie in die Tierarztpraxis gehen sollten
Was geschehen ist
Am 30. Oktober 2026 veranstalteten das südkoreanische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten und die Behörde für Tier- und Pflanzenquarantäne den jährlichen „Tag der Heimkehr“. Im Zentrum für Spürhunde der Quarantänebehörde auf der Insel Yeongjongdo, wo sich der wichtigste Flughafen des Landes befindet, kamen elf ehemalige Diensthunde mit den Familien zusammen, die sie nach ihrer Pensionierung aufgenommen haben.
Diese Treffen finden seit 2023 jeden Oktober statt. Für die Behörde ist es eine Möglichkeit zu erfahren, wie es den Hunden nach dem Dienst geht, für die Familien eine Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und für Ratschläge.
MAFRA; 30. Oktober 2026
Wer die Spürhunde der Quarantänebehörde sind
Spürhunde der Quarantänebehörde arbeiten an Flughäfen und in Häfen. Am Geruch finden sie im Gepäck von Reisenden Fleisch, Wurst, Obst, Pflanzen und andere Produkte, die nicht ohne Genehmigung eingeführt werden dürfen. Das schützt das Land vor Tier- und Pflanzenkrankheiten: So bleibt das Virus der Afrikanischen Schweinepest monatelang in Fleischprodukten erhalten, und die Maul- und Klauenseuche kann mit Milchprodukten eingeschleppt werden.
Der Dienst dauert einige Jahre. Wird ein Hund älter oder lässt seine Gesundheit die Arbeit nicht mehr zu, geht er in Pension, und man sucht eine Familie für ihn. In Korea heißen diese Tiere „staatliche Diensttiere“.
Wie Spürhunde Tiere schützen
Für die Veterinärmedizin ist ihre Arbeit die erste Verteidigungslinie. Eine einzige Wurst mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest, die ein Tourist neben einem Betrieb in den Müll wirft, kann einen Ausbruch auslösen, wegen dem Tausende Schweine gekeult werden. Ebenso gefährlich sind Milchprodukte und Fleisch aus Ländern mit Maul- und Klauenseuche: Im Oktober 2026 war Korea erneut mit der Seuche bei Rindern konfrontiert, und jede an der Grenze abgefangene Sendung senkt das Risiko neuer Einschleppungen.
Hunde arbeiten schneller und unauffälliger als die Kontrolle jedes einzelnen Koffers. Sie prüfen den Gepäckstrom und zeigen dem Hundeführer, welche Tasche zu öffnen ist. Daher unterhalten die Quarantänedienste vieler Länder, darunter die USA, Australien und Neuseeland, eigene Spürhundestaffeln.
Was beim Treffen geschah
Die Familien erhielten Dankesplaketten und erzählten, wie es ihren Hunden geht, anschließend nahmen alle an einem herbstlichen Sportfest für Hunde und Halter teil. Der Tierarzt Park Ji-ho, der mit der Behörde und dem Zoll zusammenarbeitet und Diensthunde behandelt, hielt eine Schulung dazu, wie man die Gesundheit des Hundes bei verschiedenen Symptomen im Blick behält.
Nach der Plakettenübergabe fand eine Gesprächsrunde statt, wie sich erreichen lässt, dass ehemalige Diensthunde häufiger in Familien kommen.
Wie Korea Familien hilft
Seit September 2024 gilt eine Vereinbarung des Ministeriums mit Branchenverbänden: dem koreanischen Verband der Tierkliniken, dem Verband für Heimtierfutter, zwei Verbänden für Tierbestattung und dem Verband der Versicherer. Dadurch erhalten Familien, die staatliche Diensttiere aufnehmen, Rabatte auf Behandlung, Futter und Versicherung.
Seit April 2026 gibt es ein weiteres Programm: Der Staat erstattet den Familien einen Teil der tatsächlich für die Haltung aufgewendeten Kosten. Beim Treffen prüfte ein Vertreter des Ministeriums, wie die Unterstützung funktioniert — in diesem Jahr traten dem Programm weitere 17 Unternehmen bei — und hörte sich die Vorschläge der Familien an.
Das größte Problem sind die Behandlungskosten
Als größtes Problem nannten die Familien die Behandlungskosten. Viele ehemalige Diensthunde sind nicht mehr jung: Sie haben Gelenkschmerzen, Probleme mit Augen, Ohren oder Herz. Das Ministerium berichtete daher, wie das Projekt staatlicher Referenz-Tierkliniken vorankommt, eine der Aufgaben der Regierung.
Außerdem unterzeichnete das Ministerium am 2. Oktober eine Vereinbarung mit den Tierkliniken von vier Universitäten: Kangwon, Chungbuk, Chungnam und Chonnam. Dort beginnt bald ein Pilotprojekt, und das Ministerium erklärte den Familien, wie diese Unterstützung aussehen wird.
Wir danken den Familien, die sich für staatliche Diensttiere interessiert haben und zu ihrer neuen Familie geworden sind. Die Regierung wird die Unterstützung verstärken, damit Tiere, die Land und Menschen gedient haben, nach der Pensionierung den verdienten Respekt und die verdiente Fürsorge erhalten.
Kim Jong-wook, Leiter der Abteilung für innovative Agrarpolitik im koreanischen Landwirtschaftsministerium
Unterstützungszentrum und lebenslange Fürsorge
Das Ministerium kündigte Pläne für ein eigenes Unterstützungszentrum für ehemalige Diensttiere an. Bisher sind die Hunde auf der allgemeinen staatlichen Vermittlungsplattform zu finden. Das Zentrum soll Interessierten die Möglichkeit geben, die Hunde persönlich zu sehen und kennenzulernen.
Ein weiteres Versprechen gilt schwer vermittelbaren Hunden: Um alte und kranke Hunde wird sich der Staat bis zu ihrem Lebensende selbst kümmern. Beim Treffen hörten die Beamten sowohl die Mitarbeitenden des Spürhundezentrums, die sich derzeit um die Vermittlung kümmern, als auch die Halter selbst an.
Wie man in Korea einen solchen Hund aufnimmt
Ehemalige Diensthunde stehen in Korea im staatlichen Informationssystem für Tierschutz (animal.go.kr) im Bereich Vermittlung „staatlicher Diensttiere“. Dort erfährt man, welche Hunde gerade ein Zuhause suchen, und kann einen Antrag stellen. Das Ministerium möchte, dass künftige Halter nicht nur einen Steckbrief lesen, sondern den Hund auch persönlich kennenlernen können — dafür ist das eigene Unterstützungszentrum gedacht.
Das Leben des Hundes nach dem Dienst
Ehemalige Arbeitshunde sind meist gut erzogen und an Menschen und laute Orte gewöhnt, brauchen anfangs aber Hilfe. Tierärzte und Hundetrainer raten meist:
- Zeit zum Eingewöhnen geben — die Umstellung nach Jahren der Arbeit gelingt nicht sofort;
- Beschäftigung erhalten — Suchspiele mit Leckerlis und Spaziergänge, bei denen der Hund die Nase einsetzen kann, beugen Langeweile vor;
- das Gewicht im Blick behalten — nach dem Dienst bewegen sich Hunde weniger und nehmen leicht zu;
- regelmäßige Kontrollen einplanen — ältere Hunde haben häufiger Arthrose und Erkrankungen von Zähnen, Herz und Nieren.
Viele ehemalige Diensthunde haben ihr Leben im Zwinger verbracht, nicht in einer Wohnung. Sie brauchen Zeit, um sich an Treppen, rutschige Böden, den Aufzug, Haushaltsgeräte und daran zu gewöhnen, dass ihr Mensch zur Arbeit geht. Es helfen ein ruhiger Tagesablauf, ein eigener Ruheplatz und Geduld in den ersten Wochen.
Die Gesundheit eines älteren Hundes: worauf Sie achten sollten
Die meisten ehemaligen Diensthunde kommen im reifen oder höheren Alter in die Familie. Tierärzte raten den Haltern, auf einige Punkte zu achten:
- Gelenke — Steifheit nach dem Schlafen und Unlust, ins Auto zu springen oder Treppen zu steigen, deuten oft auf Arthrose hin, die sich mit Behandlung, Gewicht und passender Belastung lindern lässt;
- Zähne — Beläge, Mundgeruch und Zahnfleischentzündung sind bei älteren Hunden sehr häufig;
- Gewicht — Übergewicht beschleunigt den Gelenkverschleiß, unerklärlicher Gewichtsverlust kann auf eine Krankheit hinweisen;
- Durst und Harnabsatz — Trinkt der Hund viel, sollten Nieren und Blutzucker geprüft werden;
- Augen und Ohren — Ältere Hunde sehen und hören schlechter, darauf sollten Sie Wohnung und Spaziergänge einstellen.
Die Tierarztpraxis kann bei älteren Hunden alle sechs bis zwölf Monate eine Blut- und Urinuntersuchung vorschlagen, um Probleme früher zu erkennen.
Was das für Europa bedeutet
Auch in Europa arbeiten Tausende Diensthunde — bei Polizei, Armee und Zoll sowie bei Grenz- und Veterinärkontrollen an Flughäfen. Endet ihr Dienst, bleiben sie meist bei ihren Hundeführern oder werden über Behörden und Wohltätigkeitsorganisationen an Familien vermittelt. Eine systematische staatliche Unterstützung wie in Korea gibt es für ehemalige Diensthunde aber in den meisten Ländern nicht: Die Halter zahlen die Behandlung selbst.
Es gibt auch einzelne Beispiele. Einige britische Polizeidienste haben „Renten“ für Diensthunde eingeführt, also Geld für die Behandlung nach dem Ruhestand. Das koreanische Modell zeigt einen weiteren Ansatz: Rabatte durch Vereinbarungen mit Kliniken und Versicherern sowie die Erstattung eines Teils der Kosten. Für ältere Hunde ist das wichtig, denn die Behandlungskosten steigen mit dem Alter.
Wenn Sie in Europa einen ehemaligen Diensthund aufnehmen möchten
Fragen Sie bei Polizei, Zoll oder Bundeswehr nach, ob es ein Vermittlungsprogramm gibt, oder wenden Sie sich an Organisationen, die mit Diensthunden arbeiten. Bevor Sie einen Hund aufnehmen:
- Fragen Sie nach der Gesundheit — welche Krankheiten und Verletzungen es gab, welche Medikamente der Hund bekommt.
- Erkundigen Sie sich nach dem Wesen — wie der Hund mit Kindern, Katzen und anderen Hunden zurechtkommt.
- Denken Sie an die Kosten — ein älterer Hund braucht möglicherweise regelmäßige Behandlung.
- Stellen Sie den Hund in den ersten Wochen in der Tierarztpraxis vor und erstellen Sie einen Plan für Kontrollen.
Wann Sie in die Tierarztpraxis gehen sollten
Wenn ein ehemaliger Diensthund zu lahmen beginnt, schwer aufsteht, langsamer läuft, ab- oder zunimmt, schlecht frisst oder viel trinkt, stellen Sie ihn in der Praxis vor. Für ältere Hunde sind Kontrollen alle sechs Monate sinnvoll: Viele Erkrankungen von Gelenken, Herz und Nieren lassen sich leichter behandeln, wenn sie früh erkannt werden.
Quellen
- Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten der Republik Korea (MAFRA), Behörde für Tier- und Pflanzenquarantäne, 30. Oktober 2026



