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Auch im Tod vereint: Die Stadt Troisdorf erlaubt ab Januar, Menschen gemeinsam mit der Asche ihrer Hunde, Katzen und anderer Haustiere zu bestatten

Ab Januar 2027 erlaubt die Stadt Troisdorf in Nordrhein-Westfalen, die Urne eines Haustiers gemeinsam mit seinem Menschen zu bestatten. Möglich wird das auf zwei städtischen Friedhöfen. Die Regeln sind streng: Die Urne ist in der Größe begrenzt, eigene Gräber für Tiere und ihre Namen auf dem Grabstein gibt es nicht. Wir erklären, wie eine solche Bestattung abläuft, warum Menschen sie sich wünschen und wie unterschiedlich das Thema in Deutschland und anderen Ländern Europas geregelt ist.

8 Min. Lesezeit
Junger Mann und rotbrauner Hund sitzen bei Sonnenuntergang im hohen Gras
Foto: Freepik
Inhalt des Artikels
  1. Was ist passiert
  2. Die Geschichte von Helga und Maja
  3. Wie die Bestattung ablaufen wird
  4. Welche Tiere betroffen sind
  5. Welche Regeln gelten
  6. Warum diese Einschränkungen
  7. Was der Bürgermeister sagte
  8. Was Gegner denken
  9. Warum nur Asche und kein Körper
  10. Die Verbindung von Mensch und Tier in der Geschichte
  11. Der Hund des Pharaos
  12. Warum Menschen ihren Tieren nahe sein wollen
  13. Wie Tiere in Deutschland heute bestattet werden
  14. Warum Deutschland bei Friedhöfen so streng ist
  15. Tierfriedhöfe
  16. Wo gemeinsame Bestattungen noch erlaubt sind
  17. Wie andere Länder damit umgehen
  18. Wenn das Tier zu Hause gestorben ist
  19. Wie man die Einäscherung wählt
  20. Was auf dem Grab stehen darf
  21. Wie man rechtzeitig vorsorgt
  22. Wie man den Verlust eines Tieres verarbeitet
  23. Wie man mit Kindern spricht
  24. Warum das Thema wichtiger wird
  25. Was das für Europa bedeutet
  26. Wann Sie zum Tierarzt sollten

Was ist passiert

Die Stadt Troisdorf im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen erlaubt gemeinsame Bestattungen von Menschen und ihren Haustieren. Die neuen Regeln gelten ab Januar. Die Asche eines Haustiers kann dann auf zwei städtischen Friedhöfen, dem Parkfriedhof und dem Waldfriedhof, gemeinsam mit seinem Menschen bestattet werden.

Wie der WDR berichtet, hat die Entscheidung der Stadt viele berührt. Für manche Einwohner ist es die Möglichkeit, sich auch nach dem Tod nicht von ihren Tieren trennen zu müssen.

Die wichtigsten ZahlenGemeinsame Gräber in Troisdorf
2Friedhöfe erlauben gemeinsame BestattungenParkfriedhof und Waldfriedhof
24 cmmaximaler Durchmesser der TierurneHöhe höchstens 30 cm
14Jahre alt ist Hündin Majaihre Halterin möchte mit ihr in einem Grab liegen
14.000Jahre alt ist das Grab von Bonn-OberkasselMenschen zusammen mit einem Hund

DerWesten und WDR; 5. November 2026

Die Geschichte von Helga und Maja

Eine von denen, die auf die neuen Regeln warten, ist Helga Berben. Ihre Hündin Maja ist schon 14 Jahre alt und längst ein vollwertiges Familienmitglied. Helga möchte nicht, dass ihre Hündin nach dem Tod irgendwo lieblos verscharrt wird. Sie fände es sehr schön, wenn Maja und sie eines Tages zusammen in einem Grab lägen.

Wie die Bestattung ablaufen wird

Das Verfahren erfordert von den Haltern Geduld. Stirbt der Hund oder die Katze vor dem Menschen, wird das Tier zunächst eingeäschert. Die Urne bewahrt der Halter zu Hause auf. Erst nach dem Tod des Menschen wandert die Urne als Beigabe mit ins Grab. Ein Tier allein darf auf dem Friedhof weiterhin nicht bestattet werden.

Welche Tiere betroffen sind

Die neue Regel gilt nicht nur für Hunde. Auch die Asche von Katzen, Vögeln wie Wellensittichen oder Kaninchen kann mit dem Menschen bestattet werden. Die wichtigste Einschränkung ist die Größe der Urne. Die Asche großer Tiere wie Pferde lässt sich nach diesen Regeln daher nicht bestatten.

Welche Regeln gelten

Die Größe der Urne ist streng begrenzt: höchstens 24 Zentimeter Durchmesser und 30 Zentimeter Höhe. Außerdem darf auf dem Friedhof kein eigenes Grab für das Tier angelegt und der Name des Tieres nicht auf dem Grabstein des Menschen genannt werden. Erlaubt ist lediglich ein kleiner Gedenkstein.

Warum diese Einschränkungen

Friedhöfe in Deutschland unterliegen strengen Regeln, und viele Menschen sehen den Friedhof weiterhin als Ort nur für Menschen. Die Einschränkungen helfen, die Gefühle derer zu berücksichtigen, die gemeinsame Bestattungen ablehnen. Die Urne des Tieres ist nicht sichtbar, das Grab bleibt das Grab eines Menschen, doch der Halter weiß, dass sein Tier bei ihm ist.

Was der Bürgermeister sagte

Troisdorfs Bürgermeister Alexander Biber unterstützte die neuen Regeln. Die Stadt will den Wünschen von Einwohnern entgegenkommen, für die Haustiere zur Familie gehören. Die Entscheidung fiel nach einer Beratung im Stadtrat. Troisdorf ist eine der wenigen Städte in der Region, in denen so etwas möglich ist.

Was Gegner denken

Nicht alle in Deutschland begrüßen solche Entscheidungen. Ein Teil der Gläubigen und Vertreter der Kirchen meint, der Friedhof solle ein Ort nur für Menschen bleiben. Andere befürchten, dass gemeinsame Bestattungen das gewohnte Bild der Friedhöfe verändern. Deshalb führen Städte solche Regeln vorsichtig und mit Einschränkungen ein, wie in Troisdorf.

Warum nur Asche und kein Körper

Nach hygienischen Vorschriften darf der Körper eines Tieres nicht im Grab eines Menschen bestattet werden. Die Einäscherung löst dieses Problem: Asche ist unbedenklich und braucht wenig Platz. Deshalb geht es bei allen bekannten Modellen gemeinsamer Bestattungen in Deutschland um Urnen mit der Asche von Tieren, nicht um ganze Tierkörper.

Die Verbindung von Mensch und Tier in der Geschichte

Gemeinsame Bestattungen von Menschen und Tieren sind nicht neu. In Bonn-Oberkassel, nicht weit von Troisdorf, wurde ein Grab aus der Steinzeit gefunden, das etwa 14.000 Jahre alt ist. Neben zwei Menschen lagen die Überreste eines Hundes. Auch in der Antike wurden Menschen manchmal mit Hunden oder Pferden bestattet.

Der Hund des Pharaos

Eine der bekanntesten Geschichten ist die des Hundes Abutiu im alten Ägypten. Um 2300 vor Christus erhielt er auf Anordnung des Pharaos eine prunkvolle Bestattung. All das zeigt eine tiefe emotionale Bindung zwischen Menschen und Tieren, die lange vor unserer Zeit bestand.

Warum Menschen ihren Tieren nahe sein wollen

Für viele Menschen, besonders für Alleinstehende und Ältere, ist ein Haustier der engste Freund. Es teilt Freude und Kummer mit seinem Menschen und lebt manchmal 15 bis 20 Jahre mit ihm. Der Wunsch, sich auch nach dem Tod nicht zu trennen, ist verständlich. Psychologen sagen, dass solche Möglichkeiten Menschen helfen, Trauer leichter zu verarbeiten.

Wie Tiere in Deutschland heute bestattet werden

In Deutschland gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Tier kann auf dem eigenen Grundstück begraben werden, wenn es nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt und die örtlichen Vorschriften eingehalten werden. Man kann einen Tierfriedhof nutzen. Viele Halter wählen die Einäscherung und bewahren die Urne zu Hause auf oder verstreuen die Asche dort, wo es erlaubt ist.

Warum Deutschland bei Friedhöfen so streng ist

In Deutschland gelten einige der strengsten Bestattungsregeln Europas. In vielen Bundesländern besteht Friedhofszwang: Die Asche eines Menschen muss auf einem Friedhof beigesetzt werden, eine Urne darf nicht zu Hause aufbewahrt werden. Die Friedhofsregeln legen Länder und Kommunen fest. Deshalb braucht selbst eine so kleine Änderung wie die Tierurne im Grab des Halters einen eigenen Beschluss der Stadt.

Tierfriedhöfe

In Deutschland gibt es Dutzende Tierfriedhöfe. Dort kann man ein eigenes Grab wählen, einen Gedenkstein mit dem Namen des Tieres setzen und es besuchen. Diese Leistung kostet Geld: Pacht für den Platz, Stein, Pflege. Für viele Halter ist das ein wichtiger Weg, die Erinnerung an ihr Tier zu bewahren.

Wo gemeinsame Bestattungen noch erlaubt sind

Gemeinsame Bestattungen von Menschen und Tieren sind bereits in einigen anderen Städten Deutschlands möglich, etwa auf einzelnen privaten oder besonderen Friedhöfen. Die Regeln legen Länder und Kommunen fest, daher unterscheiden sie sich stark von Region zu Region. Die Entscheidung Troisdorfs könnte andere Städte zum Nachziehen bewegen.

Wie andere Länder damit umgehen

In Europa ist der Ansatz unterschiedlich. In manchen Ländern gibt es Friedhöfe, auf denen Menschen und Tiere nebeneinander bestattet sind. In den Niederlanden und Großbritannien gibt es Orte für gemeinsame Bestattungen. Mancherorts entscheiden einzelne Friedhöfe darüber, anderswo sind sie gesetzlich verboten.

Wenn das Tier zu Hause gestorben ist

Ist ein Haustier zu Hause gestorben, rufen Sie den Tierarzt an. Er sagt Ihnen, was zu tun ist, und kann die Einäscherung organisieren. Der Tierkörper darf nicht in den Müll. Wenn Sie ihn im Garten begraben möchten, informieren Sie sich über die örtlichen Vorschriften: In Deutschland gibt es Vorgaben zur Tiefe des Grabes und zum Abstand von Gewässern.

Wie man die Einäscherung wählt

Es gibt Sammel- und Einzeleinäscherung. Bei der Sammeleinäscherung erhält der Halter die Asche nicht zurück. Bei der Einzeleinäscherung bekommt er eine Urne mit der Asche seines Tieres. Wer die Asche eines Tages mit sich bestatten lassen möchte, sollte eine Einzeleinäscherung und eine Urne passender Größe wählen.

Was auf dem Grab stehen darf

In Troisdorf darf der Name des Tieres nicht auf dem Grabstein des Halters stehen, ein kleiner Gedenkstein ist aber erlaubt. Viele Halter möchten, dass die Erinnerung an ihr Tier sichtbar bleibt. Eine kleine Figur oder ein Stein mit einem Pfotenabdruck kann zeigen, dass im Grab nicht nur ein Mensch liegt, sondern auch sein treuer Freund.

Wie man rechtzeitig vorsorgt

Wenn Sie möchten, dass die Asche Ihres Tieres mit Ihnen bestattet wird, halten Sie diesen Wunsch im Testament oder in einer Bestattungsverfügung fest. Teilen Sie ihn Ihren Angehörigen mit. Bewahren Sie die Urne an einem zugänglichen Ort auf und informieren Sie sich über die Regeln des Friedhofs, auf dem Sie bestattet werden möchten.

Wie man den Verlust eines Tieres verarbeitet

  1. Erlauben Sie sich zu trauern – der Verlust eines Tieres ist ein echter Verlust.
  2. Sprechen Sie mit Angehörigen oder mit Menschen, die ebenfalls ein Tier verloren haben.
  3. Schaffen Sie Erinnerungen: ein Fotoalbum, einen Pfotenabdruck, eine Erinnerungsecke.
  4. Suchen Sie Unterstützung bei einer Psychologin oder einem Psychologen, wenn die Trauer nicht vergeht.
  5. Überstürzen Sie kein neues Tier, solange Sie nicht bereit sind.

Wie man mit Kindern spricht

Für viele Kinder ist der Tod eines Haustiers die erste Begegnung mit Verlust. Sprechen Sie ehrlich und einfach und vermeiden Sie Ausdrücke wie „für immer eingeschlafen“, die Angst machen können. Lassen Sie das Kind Abschied nehmen und an der Bestattung oder einer Gedenkfeier teilnehmen.

Warum das Thema wichtiger wird

In Deutschland leben in Millionen Haushalten Haustiere, und die Haltung ihnen gegenüber verändert sich. Tiere werden immer öfter als Familienmitglieder gesehen und nicht einfach als Tiere. Deshalb wächst die Nachfrage nach Einäscherung, Tierfriedhöfen und Gedenkritualen. Die Entscheidung Troisdorfs spiegelt diesen Wandel wider.

Was das für Europa bedeutet

Das Beispiel Troisdorf zeigt, dass Städte in Deutschland und anderen Ländern Europas beginnen, den Wunsch der Menschen zu berücksichtigen, sich auch nach dem Tod nicht von ihren Tieren zu trennen. Wem das wichtig ist, sollte sich rechtzeitig über die Regeln der Friedhöfe in seiner Stadt informieren, eine Einzeleinäscherung wählen und seinen Wunsch schriftlich festhalten.

Wann Sie zum Tierarzt sollten

Wenden Sie sich an den Tierarzt, wenn Ihr Tier alt oder schwer krank ist: Er hilft, seinen Zustand zu erleichtern, und sagt Ihnen, wann es Zeit sein kann, über einen sanften Abschied nachzudenken. Nach dem Tod des Tieres erklärt der Tierarzt, wie man die Einäscherung organisiert und welche Bestattungsregeln in Ihrer Region gelten.

Quellen

  1. DerWesten (nach WDR), 5. November 2026
Thema: GesetzeTiere: Hunde KatzenLand: Deutschland