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Die Vogelgrippe ist zurück: H5N1 auf drei Höfen in Schleswig-Holstein — was Katzen- und Hundehalter jetzt wissen sollten

Seit dem 21. Oktober ist die hochpathogene Geflügelpest H5N1 in drei Betrieben in Schleswig-Holstein bestätigt, und im ganzen Land gelten verbindliche Schutzregeln für Geflügel. Der Herbstzug der Wildvögel hat begonnen — die Zeit, in der sich das Virus am schnellsten ausbreitet. Wir erklären, was passiert, ob das Virus für Katzen und Hunde gefährlich ist und wie Sie Ihr Tier schützen.

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Katze schleicht durch einen Garten
Foto: Freepik
Inhalt des Artikels
  1. Was in Schleswig-Holstein passiert ist
  2. Welche Maßnahmen das Land ergriffen hat
  3. Warum es im Herbst mehr Ausbrüche gibt
  4. Was im übrigen Europa geschieht
  5. Warum sich dieses Virus so stark verbreitet hat
  6. Warum H5N1 für Katzen gefährlich ist
  7. Was tun, wenn die Katze einen Vogel gefangen hat
  8. Und Hunde?
  9. Kann sich eine Wohnungskatze anstecken?
  10. Wie die Tierärztin oder der Tierarzt die Diagnose stellt
  11. Ist das Virus für Menschen gefährlich?
  12. Was Katzen- und Hundehalter jetzt tun sollten

Was in Schleswig-Holstein passiert ist

Seit dem 21. Oktober wurde das hochpathogene Vogelgrippevirus vom Subtyp H5N1 gleich in drei Geflügelbetrieben im Norden Deutschlands nachgewiesen — in den Kreisen Nordfriesland, Segeberg und Schleswig-Flensburg. Bestätigt hat den Befund in allen Fällen das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Im Dorf Bark im Kreis Segeberg wurde der gesamte Bestand des Betriebs getötet. Rund um den Hof wurden eine Schutzzone mit einem Radius von mindestens 3 Kilometern und eine Überwachungszone mit einem Radius von mindestens 10 Kilometern eingerichtet — sie reicht sogar in den Nachbarkreis Stormarn. In Wanderup (Kreis Schleswig-Flensburg) wurde das Virus bei Gänsen festgestellt: Dort mussten mehr als tausend Tiere getötet werden.

Auch in der Natur wurde das Virus gefunden. Das FLI hat bereits zwei Fälle bei Wildvögeln bestätigt, und mehr als 30 weitere Proben, die das Landeslabor vorläufig als positiv eingestuft hat, warten auf die endgültige Bestätigung.

Welche Maßnahmen das Land ergriffen hat

Das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein hat eine Allgemeinverfügung zu Biosicherheitsmaßnahmen erlassen, die seit dem 27. Oktober im ganzen Land gilt. Sie betrifft alle, die Geflügel halten — nicht nur große Betriebe, sondern auch Hobbyhalter mit ein paar Hühnern im Garten. Die Landwirtschaftsministerin rief dazu auf, die Regeln konsequent einzuhalten, und warnte, dass die Lage in den kommenden Wochen schwierig werden könnte.

Die genauen Vorgaben veröffentlichen das Ministerium und die Veterinärämter der Kreise. In der Regel geht es darum, dass Wildvögel nicht an Futter, Wasser und Einstreu des Hausgeflügels gelangen, dass Ställe nur mit eigenen Schuhen und eigener Kleidung betreten werden und dass erkrankte oder verendete Tiere sofort dem Veterinäramt gemeldet werden.

Warum es im Herbst mehr Ausbrüche gibt

Die Vogelgrippe wird vor allem von wilden Wasservögeln verbreitet. Im Herbst ziehen sie in großer Zahl in ihre Winterquartiere, rasten an Gewässern und auf Feldern und können Hausgeflügel anstecken — direkt oder über Futter, Wasser und Kot. Am 23. Oktober warnte das FLI, dass die Zahl der Nachweise bei Wild- und Hausvögeln im Oktober steigen wird.

Dasselbe Muster beschreibt auch die dänische Veterinärbehörde, die innerhalb einer Woche zwei Ausbrüche in Putenbetrieben registriert hat.

Die meisten Fälle hochpathogener Vogelgrippe sehen wir in der Regel dann, wenn Zugvögel über Dänemark fliegen.

Dänische Veterinär- und Lebensmittelbehörde, 23. Oktober 2026

Was im übrigen Europa geschieht

Deutschland ist nicht das einzige Land, in dem die Saison begonnen hat. Am 19. Oktober bestätigten die britischen Veterinärbehörden H5N1 in einem Geflügelbetrieb bei Belford in Northumberland — der erste Ausbruch in einem Betrieb in England in der Saison 2026/27. Am 23. Oktober meldete Dänemark den ersten Ausbruch seit April: 40.000 Puten in Bøgelunde, und wenige Tage später wurde das Virus in einem zweiten Putenbetrieb auf der Insel Lolland gefunden.

Nach Daten des europäischen Tierseuchen-MeldesystemsVogelgrippe in Europa 2026
über 300Ausbrüche bei Hausgeflügel in 16 Ländernseit Jahresbeginn
rund 2.700Fälle bei Wildvögeln in 33 LändernStand 21. Oktober
143Ausbrüche in Polen — die meisten in Europaseit Jahresbeginn

Nach Branchenübersichten vom 21.–26. Oktober 2026

Warum sich dieses Virus so stark verbreitet hat

Vogelgrippeviren können niedrigpathogen sein — dann verursachen sie eine leichte Erkrankung — oder hochpathogen: Daran stirbt Hausgeflügel innerhalb weniger Tage. Das aktuelle H5N1-Virus gehört zur zweiten Gruppe. Die Variante, die seit 2020–2021 in Europa zirkuliert, ist ungewöhnlich gut an Wildvögel angepasst: Sie verschwindet im Sommer nicht mehr wie früher, sondern hält sich das ganze Jahr und breitet sich jeden Herbst mit dem Vogelzug erneut aus.

Je mehr Virus in der Natur vorhanden ist, desto häufiger gelangt es zu Säugetieren. In Europa wurde es bei Füchsen, Fischottern und Robben gefunden, 2022 auch in einer Nerzfarm in Spanien. Deshalb beobachten die Veterinärbehörden auch Haustiere aufmerksam, die einen kranken Vogel fangen oder fressen könnten — vor allem Katzen.

Warum H5N1 für Katzen gefährlich ist

Katzen gehören zu den wenigen Haustieren, die an H5N1 wirklich schwer erkranken. Meist stecken sie sich an, wenn sie einen kranken Vogel fangen oder fressen, mit seinem Kot in Kontakt kommen oder rohes Fleisch von infiziertem Geflügel fressen.

In Europa gab es solche Fälle bereits. Im Sommer 2023 wurde das Virus in Polen bei 24 Katzen nachgewiesen, und mehr als die Hälfte von ihnen war laut der Untersuchung mit rohem Geflügelfleisch gefüttert worden. Im Februar 2026 betraf ein Ausbruch in einer kleinen Haltung mit 21 Vögeln im Landkreis Sigmaringen in Süddeutschland auch neun Katzen: Bei drei Tieren wurde das Virus im Labor nachgewiesen, bei den überlebenden Katzen fand man Antikörper. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) berichtete, dass das Virus Ende 2025 erneut bei Katzen in zwei europäischen Ländern gefunden wurde — höchstwahrscheinlich nach Kontakt mit Wildvögeln.

Nach Beschreibungen von Tierärztinnen und Tierärzten zeigen erkrankte Katzen:

  • Mattigkeit, Appetitlosigkeit und hohes Fieber;
  • Husten, Atemnot, Ausfluss aus Augen und Nase;
  • Koordinationsstörungen, Zittern, Krampfanfälle.

Die Krankheit kann schnell verlaufen. Wenn Ihre Katze Freigang hat oder einen Vogel gefangen haben könnte und solche Anzeichen zeigt, gehen Sie sofort in die Tierarztpraxis und kündigen Sie sich vorher telefonisch an, damit man Sie mit den nötigen Vorsichtsmaßnahmen empfangen kann.

Was tun, wenn die Katze einen Vogel gefangen hat

Kein Grund zur Panik: Die meisten Vögel, die Katzen fangen, sind gesund. In der Vogelgrippe-Saison, besonders in der Nähe von Orten, an denen das Virus gefunden wurde, sollten Sie aber vorsichtig sein:

  • nehmen Sie die Beute mit Handschuhen oder mit einer Tüte auf und entsorgen Sie sie in einer geschlossenen Mülltonne; bei mehreren toten Vögeln oder großen Wasservögeln informieren Sie das Veterinäramt;
  • waschen Sie sich die Hände und lassen Sie Kinder den Vogel nicht anfassen;
  • beobachten Sie Ihre Katze in den nächsten Tagen: Bei Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Husten oder Koordinationsstörungen rufen Sie die Tierarztpraxis an und erzählen Sie vom Kontakt mit dem Vogel;
  • schränken Sie den Freigang Ihrer Katze nach Möglichkeit ein, solange in Ihrer Region Maßnahmen gegen die Vogelgrippe gelten.

Und Hunde?

Hunde stecken sich deutlich seltener an als Katzen. Dennoch wurden 2023 in Italien Antikörper gegen das Virus bei einigen Hunden gefunden, die in der Nähe von krankem Geflügel lebten. Für Hunde gelten deshalb dieselben Regeln: keine toten Vögel anfassen oder fressen lassen und kein rohes Geflügel unbekannter Herkunft füttern.

Kann sich eine Wohnungskatze anstecken?

Für eine reine Wohnungskatze ist das Risiko viel geringer als für eine Freigängerin, aber nicht gleich null. Der wichtigste Weg ist das Futter. In den USA erkrankten 2024–2025 Katzen, nachdem sie Rohfutter aus Geflügelfleisch gefressen oder Rohmilch von Höfen getrunken hatten, auf denen das Virus bei Kühen nachgewiesen worden war; die Hersteller mussten solche Futtermittel zurückrufen. Der Rat der EFSA, Haustiere nicht mit rohem Geflügel zu füttern, gilt deshalb auch für Katzen, die nie nach draußen gehen.

Der zweite Weg ist das, was Menschen von draußen mitbringen. Tierärzte raten, in der Vogelgrippe-Saison die Straßenschuhe am Eingang auszuziehen — besonders nach Spaziergängen an Gewässern und Feldern mit viel Vogelkot — und sich die Hände zu waschen, bevor man die Katze füttert. Das sind einfache Gewohnheiten, die fast nichts kosten.

Wie die Tierärztin oder der Tierarzt die Diagnose stellt

An den Symptomen allein lässt sich die Vogelgrippe kaum von anderen Krankheiten unterscheiden: Katzenschnupfen, andere Virusinfektionen und Vergiftungen sehen ähnlich aus. Deshalb nimmt die Praxis Abstriche aus Nase, Rachen oder Augen und schickt sie zur PCR ins Labor — einem Test, der das Erbgut des Virus nachweist. Bestätigt sich der Verdacht, wird der Fall dem Veterinäramt gemeldet: Infektionen bei Säugetieren werden verfolgt, um rechtzeitig zu erkennen, ob sich das Virus leichter zwischen ihnen überträgt.

Ein zugelassenes Medikament gegen Vogelgrippe gibt es für Katzen nicht. Die Tierärztin oder der Tierarzt unterstützt den Körper: Infusionen, Sauerstoff, Mittel gegen Fieber und Austrocknung. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen. Sagen Sie in der Praxis deshalb sofort, dass Ihre Katze Kontakt zu einem Vogel gehabt haben könnte.

Ist das Virus für Menschen gefährlich?

Die europäischen Behörden schätzen das Risiko für die Bevölkerung als gering ein: Menschen stecken sich sehr selten mit Vogelgrippe an und fast immer bei engem Kontakt mit krankem Geflügel. Kranke, geschwächte und tote Wildvögel sollte man aber nicht anfassen, und nach einem Spaziergang an Orten mit vielen Vögeln sollte man sich die Hände waschen. Wenn Sie mehrere tote Wildvögel finden, melden Sie das dem zuständigen Veterinäramt.

Was Katzen- und Hundehalter jetzt tun sollten

  • Führen Sie Ihren Hund an Seen, Flüssen und Feldern, an denen sich Wildvögel sammeln, an der Leine.
  • Lassen Sie Ihr Tier keine toten Vögel anfassen, benagen oder fressen.
  • Füttern Sie Katzen und Hunde nicht mit rohem Geflügelfleisch und Innereien — die EFSA rät ausdrücklich davon ab, solange sich das Virus aktiv ausbreitet.
  • Wenn die Behörden in Ihrer Region empfehlen, Katzen im Haus zu halten, halten Sie sich daran — die Einschränkung ist in der Regel vorübergehend.
  • Wenn Sie Hühner oder Enten im Garten halten, stellen Sie Futter und Wasser unter ein Dach, damit Wildvögel nicht herankommen, und wechseln Sie die Schuhe, bevor Sie zu den Tieren gehen.
  • Bei Mattigkeit, Atemproblemen oder Koordinationsstörungen bei einer Katze oder einem Hund, die Kontakt mit Vögeln gehabt haben könnten, warten Sie nicht — gehen Sie sofort in die Tierarztpraxis.

Die Vogelgrippe-Saison dauert in der Regel bis zum Frühjahr. Verfolgen Sie die Meldungen des Veterinäramts in Ihrer Region: Dort werden die Sperrzonen und aktuelle Empfehlungen veröffentlicht.

Quellen

  1. Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), 23. Oktober 2026
  2. Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein, 26.–27. Oktober 2026
  3. Dänische Veterinär- und Lebensmittelbehörde (Fødevarestyrelsen), 23. Oktober 2026
  4. Veterinärbehörden des Vereinigten Königreichs (GOV.UK), 19. Oktober 2026
  5. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), 2025–2026