Inhalt des Artikels
- Was die Forschenden herausfanden
- Was Korallen sind
- Wie beobachtet wurde
- Wie der Dornenkronenseestern frisst
- Die frei gewordene Fläche
- Die Theorie der mittleren Störung
- Massenvermehrungen bleiben eine Gefahr
- Wie sich ein Ausbruch erkennen lässt
- Warum es zu Ausbrüchen kommt
- Wer den Dornenkronenseestern frisst
- Wie Australien gegen Ausbrüche vorgeht
- Die Bleiche ist die größte Gefahr
- Was das ändert
- Warum Korallenvielfalt wichtig ist
- Der Dornenkronenseestern ist auch für Menschen gefährlich
- Warum Riffe für Menschen wichtig sind
- Für Touristen am Riff
- Was das für Halter von Meerwasseraquarien bedeutet
- So wählen Sie Korallen verantwortungsvoll aus
- Schädlinge im Riffaquarium
- Was das für Europa bedeutet
- Wann Sie in die Tierarztpraxis gehen sollten
Was die Forschenden herausfanden
Am 1. November 2026 berichtete das populärwissenschaftliche Portal ScienceDaily über eine Studie der Universität Sydney in der Zeitschrift Ecology and Evolution. Die Forschenden untersuchten den Dornenkronenseestern am Great Barrier Reef, in Schutzgebieten mit geringer Seesterndichte.
Die Arbeit leitete Shawna Foo, Wissenschaftlerin an der Universität Sydney. Die Beobachtungen fanden an der Forschungsstation auf One Tree Island statt. Es zeigte sich, dass in fast 75 % der beobachteten Fressvorgänge lebendes Korallengewebe überlebte.
ScienceDaily, Ecology and Evolution; 1. November 2026
Was Korallen sind
Korallen sind weder Pflanzen noch Steine, sondern Kolonien winziger Tiere, der Polypen, die mit Quallen und Seeanemonen verwandt sind. In den Geweben der meisten riffbildenden Korallen leben mikroskopische Algen, die mit Sonnenlicht Nährstoffe herstellen und sie mit den Polypen teilen. Die Polypen bauen ein Kalkskelett, und über Jahrtausende entstehen daraus Riffe, auf denen Tausende Fisch- und Wirbellosenarten leben.
Wie beobachtet wurde
Die Forschenden arbeiteten in Schutzgebieten des Riffs mit geringer Seesterndichte. Sie beobachteten, wie die Seesterne fressen, markierten beschädigte Stellen der Kolonien und verfolgten dann, was dort geschah: ob das Korallengewebe an den Rändern überlebt, ob die Stelle zuwächst und welche Korallen dort erscheinen. Diese langen Beobachtungen zeigten die Rolle des Seesterns nicht in der Katastrophe, sondern im normalen Leben des Riffs.
Wie der Dornenkronenseestern frisst
Der Dornenkronenseestern ist ein großer, mit scharfen Stacheln bedeckter Seestern. Er ernährt sich von Korallen: Er klettert auf eine Kolonie, stülpt seinen Magen nach außen und verdaut das lebende Gewebe, zurück bleibt ein weißes Skelett. Bei Massenvermehrungen, wenn es sehr viele Seesterne gibt, können sie riesige Riffbereiche zerstören.
Die Seesterne scheinen bei jeder Mahlzeit eine relativ gleichbleibende Menge Koralle zu fressen und dann weiterzuziehen.
Shawna Foo, Wissenschaftlerin an der Universität Sydney
Die frei gewordene Fläche
Am interessantesten waren die beschädigten Stellen. Schnell wachsende verzweigte Acropora-Korallen überwucherten die abgefressenen Flächen nicht. Stattdessen wuchsen dort langsam wachsende Korallen der Gattungen Montipora und Porites. Laut Foo schaffen Seesterne bei geringer Dichte Raum, in dem langsam wachsende Arten bestehen können.
Die Theorie der mittleren Störung
Die Mitautorin Professorin Maria Byrne merkt an, dass die Ergebnisse zur Hypothese der mittleren Störung passen. Danach ist die Artenvielfalt nicht dort am größten, wo nichts geschieht oder wo ständig alles zerstört wird, sondern bei mäßigen Störungen. Kleine Schäden hindern die schnellsten und stärksten Arten daran, den ganzen Raum zu erobern, und lassen Platz für andere.
Massenvermehrungen bleiben eine Gefahr
Die Autoren betonen, dass ihre Schlüsse nur für eine geringe Seesterndichte gelten. Massenvermehrungen, bei denen es Hunderte Mal mehr Seesterne gibt, gelten weiterhin als ernste Gefahr für das Great Barrier Reef. Seit den 1960er-Jahren erlebte das Riff vier große Ausbrüche, etwa alle 15 Jahre. Zusammen mit der Meereserwärmung, der Korallenbleiche und Stürmen richten sie großen Schaden an.
Wie sich ein Ausbruch erkennen lässt
Auf einem gesunden Riff gibt es wenige Dornenkronenseesterne, und einen zu sehen ist eher Glückssache. Bei einem Ausbruch lassen sich auf einem Riff Hunderte und Tausende zählen, und weiße abgefressene Korallenflächen ziehen sich über weite Strecken. Für Forschende und Riffschutzdienste ist es wichtig, den Beginn zu bemerken, solange sich die Seesterne an Schlüsselstellen noch entfernen lassen.
Warum es zu Ausbrüchen kommt
Die Ursachen der Massenvermehrung sind nicht ganz geklärt. Zu den möglichen Erklärungen gehören Dünger und andere Stoffe, die Flüsse ins Meer tragen und die das Wachstum von Plankton fördern, der Nahrung der Seesternlarven, sowie der Fang von Fischen und anderen Tieren, die Seesterne fressen. In Australien bekämpft man Ausbrüche daher, indem man Seesterne an Schlüsselstellen des Riffs von Hand tötet und an der Wasserqualität arbeitet.
Wer den Dornenkronenseestern frisst
Der Dornenkronenseestern hat natürliche Feinde. Am bekanntesten ist das Riesentritonshorn, eine große Meeresschnecke, die Seesterne jagt. Auch einige Fische fressen Seesterne und ihre Larven. Werden diese Tiere weniger, etwa durch Fang, lässt sich die Zahl der Seesterne schwerer in Schach halten: Das ist ein Grund, warum der Schutz des gesamten Riff-Ökosystems so wichtig ist.
Wie Australien gegen Ausbrüche vorgeht
Bei Ausbrüchen arbeiten in Australien spezielle Tauchteams, die Seesterne an wichtigen Riffstellen von Hand töten: Sie geben ihnen Injektionen, nach denen der Seestern stirbt, ohne sich fortzupflanzen. Die Methode ist aufwendig, schützt aber die wertvollsten Stellen, etwa die bei Touristen beliebten. Zugleich sucht die Forschung nach Wegen, Ausbrüche früher vorherzusagen, um rechtzeitig zu beginnen.
Die Bleiche ist die größte Gefahr
Heute sehen Forschende die größte Gefahr für Korallen in der Meereserwärmung. Bei zu warmem Wasser stoßen Korallen die in ihnen lebenden Algen ab und werden weiß: Das nennt man Korallenbleiche. Kühlt das Wasser schnell ab, können sie sich erholen, bei langer Hitze sterben sie. Je weniger zusätzliche Belastungen ein Riff hat, auch durch Seesternausbrüche, desto größer sind die Chancen, heiße Jahre zu überstehen.
Was das ändert
Die Studie bedeutet nicht, dass der Dornenkronenseestern harmlos ist. Sie zeigt, dass seine Rolle im Ökosystem von seiner Zahl abhängt. Bei natürlicher, geringer Dichte ist er Teil des komplexen Riffsystems und kann sogar seine Vielfalt stützen. Das ist für die Schutzplanung wichtig: Vielleicht sollten vor allem Ausbrüche bekämpft werden und nicht jeder einzelne Seestern.
Warum Korallenvielfalt wichtig ist
Ein Riff mit verschiedenen Korallenarten ist widerstandsfähiger gegen Veränderungen. Schnell wachsende Acropora erholen sich gut von Schäden, sind aber besonders empfindlich gegenüber Hitze und Bleiche. Langsam wachsende massive Korallen sind robuster. Bleiben auf einem Riff verschiedene Arten erhalten, übersteht es schwere Zeiten eher.
Der Dornenkronenseestern ist auch für Menschen gefährlich
Die Stacheln des Dornenkronenseesterns sind giftig, und ein Stich verursacht starke Schmerzen, Schwellungen und manchmal Übelkeit. Taucher und Schnorchler sollten die Seesterne nicht anfassen. Nach einem Stich entfernen Sie vorsichtig Stachelreste und gehen bei starken Schmerzen oder Allergiezeichen zum Arzt.
Warum Riffe für Menschen wichtig sind
Korallenriffe bedecken nur einen winzigen Teil des Ozeans, beherbergen aber einen großen Anteil der Meeresarten. Riffe schützen Küsten vor Wellen und Stürmen, ernähren Millionen Menschen und ziehen Touristen an. Für Australien ist das Great Barrier Reef ein großer Naturschatz und ein wichtiger Teil der Wirtschaft. Jede Studie, die hilft, das Riff besser zu verstehen, hat daher praktische Bedeutung.
Für Touristen am Riff
Wenn Sie an ein Korallenriff reisen, stellen Sie sich nicht auf Korallen und berühren Sie sie nicht: Das beschädigt lebendes Gewebe. Verwenden Sie riffverträgliche Sonnenschutzmittel, füttern Sie keine Fische und nehmen Sie keine Korallen und Muscheln mit. Wählen Sie Anbieter, die Riffschutzregeln einhalten. So helfen Sie, Riffe für kommende Generationen zu erhalten.
Was das für Halter von Meerwasseraquarien bedeutet
Dornenkronenseesterne werden nicht in Heimaquarien gehalten, doch Riffaquarianer wissen, wie schwierig das Gleichgewicht zwischen Korallenarten ist. Schnell wachsende Korallen können langsamere beschatten und verdrängen, und Aquarianer schneiden und versetzen Kolonien regelmäßig. Die Studie zeigt, dass mäßige Veränderungen auch in der Natur die Vielfalt stützen können.
So wählen Sie Korallen verantwortungsvoll aus
- Kaufen Sie Korallen aus Nachzucht: Ableger aus Aquakultur statt vom Riff gesammelte.
- Prüfen Sie die Papiere: Viele Korallen stehen unter dem Schutz des CITES-Abkommens.
- Bringen Sie keine Korallen von Reisen mit: Das ist verboten und schadet den Riffen.
- Informieren Sie sich über die Bedürfnisse der Art: Licht, Strömung, Temperatur und Wasserqualität.
- Stellen Sie neue Korallen unter Quarantäne, um keine Schädlinge einzuschleppen.
Schädlinge im Riffaquarium
Auch Heimaquarien haben ihre „kleinen Dornenkronen“: kleine Seesterne, Schnecken und Würmer, die Korallen fressen. Oft kommen sie mit neuen Kolonien hinein. Erfahrene Aquarianer untersuchen und behandeln neue Korallen deshalb, bevor sie ins Hauptbecken kommen, und achten auf Anzeichen von Schäden.
Was das für Europa bedeutet
In Europa gibt es keine Korallenriffe wie in Australien, doch Europäer gehören zu den größten Käufern von Meerwassertieren und zu den Touristen an den Riffen der Welt. Studien wie die aus Sydney helfen zu verstehen, wie Riffe funktionieren und wie sie sich erhalten lassen. Für Meerwasseraquarianer in Europa ist die Folgerung praktisch: Korallen aus Aquakultur wählen, CITES-Regeln einhalten und daran denken, dass das Artengleichgewicht in der Natur wie zu Hause wichtig ist.
Wann Sie in die Tierarztpraxis gehen sollten
Fische und Wirbellose im Meerwasseraquarium behandeln auf Wassertiere spezialisierte Tierärzte und erfahrene Aquaristik-Fachleute. Wenden Sie sich an sie, wenn Korallen massenhaft die Farbe verlieren, Gewebe sich vom Skelett löst, Fische matt sind, schwer atmen oder Flecken bekommen. Prüfen Sie zuerst die Wasserwerte: Viele Probleme hängen genau damit zusammen.
Quellen
- ScienceDaily (nach Angaben der Universität Sydney), 1. November 2026



