Inhalt des Artikels
- Was geschehen ist
- Warum der Betrieb schon unter Beschränkungen stand
- Was mit den Tieren geschieht
- MKS in Korea im Jahr 2026
- Landesweite Desinfektionswoche
- Was die Maul- und Klauenseuche ist
- Warum die Impfung nicht vollständig schützt
- Wie Sie MKS beim Vieh erkennen
- Wie das Virus von Betrieb zu Betrieb gelangt
- Ist MKS für Menschen und Haustiere gefährlich
- Was das für Europa bedeutet
- Was Reisende und Landwirte wissen sollten
- Wie es weitergeht
- Wann Sie die Tierarztpraxis rufen sollten
Was geschehen ist
Am 28. Oktober 2026 meldete der zentrale Krisenstab zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche beim südkoreanischen Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (MAFRA) einen neuen Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS). Das Virus wurde in einem Rinderbetrieb im Landkreis Ganghwa gefunden, der zur Stadt Incheon im Nordwesten des Landes gehört.
Im Betrieb stehen 23 Rinder. Bei drei von ihnen zeigte der Test das Antigen des MKS-Virus. Für die Tierärzte war der Betrieb kein unbekannter: Er liegt in der Drei-Kilometer-Zone, die nach Ausbrüchen im selben Landkreis im September eingerichtet wurde, und stand bereits unter Beschränkungen für Tierbewegungen.
MAFRA; 28. Oktober 2026
Warum der Betrieb schon unter Beschränkungen stand
Im September wurden in Ganghwa zwei MKS-Ausbrüche bestätigt, am 16. und 19. September. Um die infizierten Betriebe wurden Sperrzonen eingerichtet, und alle Betriebe mit Klauentieren in der Drei-Kilometer-Zone kamen unter Kontrolle: Tiere durften nicht weggebracht werden.
Um die Beschränkungen aufzuheben, müssen Tierärzte sicherstellen, dass das Virus nicht mehr zirkuliert, und untersuchen deshalb die Tiere in der Zone. Genau bei dieser Untersuchung wurden die drei positiven Rinder gefunden. Das Virus war also in der Gegend geblieben, obwohl die Lage ruhig wirkte.
Was mit den Tieren geschieht
Ein Ersteinsatzteam und Epidemiologen wurden in den Betrieb geschickt. Der Zugang für Fremde, Tiere und Fahrzeuge ist gesperrt, Fachleute klären, woher das Virus gekommen sein könnte und mit wem der Betrieb Kontakt hatte.
Die drei Rinder mit bestätigter Infektion werden getötet. Die übrigen Tiere werden erneut untersucht: Zeigt eines Krankheitsanzeichen oder fällt der Test positiv aus, wird es ebenfalls getötet. In Korea, wo Rinder gegen MKS geimpft werden, wird bei Ausbrüchen meist nicht die ganze Herde, sondern nur die infizierten Tiere gekeult — man spricht von Teilkeulung.
MKS in Korea im Jahr 2026
Der neue Fall ist der 15. im Land seit Jahresbeginn. Neun Ausbrüche gab es in Yecheon (Provinz Gyeongsangbuk-do), zwei in Goyang (Provinz Gyeonggi-do) und vier, den jüngsten eingeschlossen, in Ganghwa.
Die Behörden nennen die Lage ernst: Die MKS ist in einem Gebiet wieder aufgetreten, in dem sie schon gefunden worden war. Das bedeutet, dass die Beschränkungen in Ganghwa länger dauern und benachbarte Gebiete besonders vorsichtig sein müssen.
Die MKS ist in Ganghwa wieder aufgetreten, wo sie schon gefunden worden war — das ist eine ernste Lage. Behörden und Kommunen müssen alle Kräfte auf die Überwachung der Betriebe, die Desinfektion und die Kontrolle der Antikörper gegen die Infektion richten.
Zentraler MKS-Krisenstab, Landwirtschaftsministerium Südkoreas
Landesweite Desinfektionswoche
In Ganghwa und der benachbarten Stadt Gimpo (Provinz Gyeonggi-do) werden Betriebe mit Klauentieren, Tierhaltungsanlagen und Fahrzeuge besonders gründlich gewaschen und desinfiziert. Dafür wurden 33 Geräte eingesetzt, darunter spezielle Fahrzeuge zur Desinfektion von Straßen.
Vom 29. Oktober bis 4. November gilt im ganzen Land eine Woche verstärkter Desinfektion. Behandelt werden alle Betriebe mit Rindern, Schweinen, Ziegen und anderen Klauentieren sowie Tiertransportfahrzeuge — nicht nur Räder und Aufbau außen, sondern auch die Fahrerkabine innen. Zugleich werden in allen Rinderbetrieben Tiere gesucht, die bei der Impfung ausgelassen wurden, und nachgeimpft.
Was die Maul- und Klauenseuche ist
Die MKS ist eine hochansteckende Viruserkrankung von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen und anderen Klauentieren. Das Virus wird leicht durch Kontakt zwischen Tieren übertragen, über Futter, Wasser, Mist, Fahrzeuge, Kleidung und Schuhe von Menschen und auf kurze Distanz sogar über die Luft. Erwachsene Tiere überleben meist, verlieren aber stark an Gewicht und Milchleistung, Jungtiere können sterben.
Es gibt sieben Typen des MKS-Virus, und eine Impfung gegen einen Typ schützt nicht vor einem anderen. Deshalb werden Impfstoffe passend zu den Typen ausgewählt, die in der Region vorkommen. Für die Landwirtschaft ist die MKS eine der teuersten Krankheiten. Ein Land, in dem sie festgestellt wird, verliert das Recht, Fleisch und Milchprodukte in viele andere Länder zu verkaufen, bis es nachweist, dass die Seuche getilgt ist.
Warum die Impfung nicht vollständig schützt
In Südkorea werden Rinder und Schweine landesweit gegen MKS geimpft — diese Regel wurde nach einer schweren Epidemie 2010–2011 eingeführt. Der Impfstoff senkt das Risiko stark, beseitigt es aber nicht ganz. Der Schutz ist schwächer, wenn ein Tier eine Impfung verpasst hat, wenn es jung ist und die Immunität noch nicht aufgebaut ist oder wenn das Virus leicht vom Impfstamm abweicht.
Deshalb suchen die Behörden bei jedem Ausbruch nach Tieren, die bei der Impfung ausgelassen wurden, und prüfen besondere Antikörper gegen die sogenannten Nichtstrukturproteine des Virus. Solche Antikörper entstehen nach einer echten Infektion, nicht nach einer Impfung, und helfen, ein infiziertes von einem geimpften Tier zu unterscheiden.
Wie Sie MKS beim Vieh erkennen
Auf MKS deuten folgende Anzeichen hin:
- hohes Fieber, Mattigkeit, Fressunlust;
- starker Speichelfluss, Schmatzen, Schaum vor dem Maul;
- Blasen und Geschwüre im Maul, auf der Zunge, am Euter und zwischen den Klauen;
- Lahmheit — das Tier steht ungern auf und geht ungern;
- starker Rückgang der Milchleistung bei Milchkühen.
Bei geimpften Tieren können die Anzeichen schwächer sein, deshalb sind regelmäßige Tests so wichtig.
Wie das Virus von Betrieb zu Betrieb gelangt
Die MKS verbreitet sich nicht nur durch direkten Kontakt zwischen Tieren. Das Virus bleibt lange in Mist, Einstreu, Futter und auf Oberflächen erhalten, besonders bei kaltem, feuchtem Wetter. Deshalb sind Fahrzeuge gefährlich, die an einem Tag mehrere Betriebe anfahren: Viehtransporter, Futterlaster, Güllefahrzeuge und Milchsammelwagen. Das Virus fährt auf Rädern, auf der Ladefläche und an den Schuhen des Fahrers mit.
Genau deshalb desinfizieren die koreanischen Behörden Fahrzeuge innen — Fußmatten, Pedale und Lenkrad — und außen. Für Landwirte gelten vor allem diese Regeln:
- keine Fremden in die Ställe lassen und alle Besucher aufschreiben;
- eigene Kleidung und Schuhe für den Betrieb und Desinfektionsmatten am Eingang bereithalten;
- Fahrzeuge von den Tieren fernhalten — Vieh und Futter außerhalb des Zauns verladen;
- alle Tiere rechtzeitig impfen, auch Jungtiere und neu zugekaufte Tiere.
Ist MKS für Menschen und Haustiere gefährlich
Die MKS gilt nicht als Gefahr für die menschliche Gesundheit: Fleisch und Milch aus tierärztlich kontrollierten Betrieben sind sicher. Hunde und Katzen erkranken nicht an MKS. Doch Menschen, Hunde und Fahrzeuge können das Virus an Kleidung, Fell, Pfoten und Rädern von einem Betrieb zum anderen tragen. Deshalb werden Fremde in Ausbruchszonen nicht auf Betriebe gelassen, und Hundehaltern auf dem Land wird geraten, ihre Hunde nicht über fremde Weiden laufen zu lassen.
Was das für Europa bedeutet
Europa weiß nur zu gut, wie gefährlich die MKS ist. Im Januar 2025 wurde das Virus erstmals seit fast 40 Jahren in Deutschland gefunden — bei Wasserbüffeln in Brandenburg. Im Frühjahr desselben Jahres wurde die MKS in Betrieben in Ungarn und der Slowakei bestätigt; beide Länder keulten Tausende Tiere und schlossen ihre Grenzen lange für die Ausfuhr von Vieh.
Anders als Korea impft die EU nicht gegen MKS: Sie hält den Status „frei ohne Impfung“ und keult bei einem Ausbruch die Tiere in infizierten Betrieben. Europas wichtigster Schutz ist, das Virus gar nicht erst einzuschleppen. Deshalb ist es verboten, Fleisch und Milchprodukte aus Ländern außerhalb der EU im persönlichen Gepäck mitzubringen. Fälle in Asien, Afrika und im Nahen Osten sind ein Anlass, sich an diese Regeln zu erinnern. In Deutschland ist MKS eine anzeigepflichtige Tierseuche: Schon der Verdacht muss sofort dem Veterinäramt gemeldet werden.
Was Reisende und Landwirte wissen sollten
Wenn Sie in Länder reisen, in denen MKS vorkommt, auch nach Südkorea, bringen Sie von dort kein Fleisch, keine Wurst, keinen Käse, keine Milch und keine anderen tierischen Produkte mit. Waren Sie im Ausland auf einem Betrieb, gehen Sie nicht in derselben Kleidung und denselben Schuhen zu Ihren Tieren, bevor diese gewaschen und desinfiziert sind. Landwirte sollten Besucher nur in sauberer Kleidung und mit sauberen Schuhen hereinlassen und notieren, wer auf dem Betrieb war.
Wie es weitergeht
Epidemiologen klären, wie sich das Virus nach den Ausbrüchen im September in der Zone halten konnte. Die Aufhebung der Beschränkungen in Ganghwa verzögert sich: Zuerst muss feststehen, dass es keine neuen Fälle gibt. Für die Landwirte im Landkreis bedeutet das noch einige Wochen ohne Verkauf und Transport von Vieh, für das benachbarte Gimpo verstärkte Kontrollen und Desinfektion. Die Desinfektionswoche dauert bis zum 4. November, die Suche nach verpassten Impfungen läuft landesweit. Finden die Tests weitere infizierte Tiere, können die koreanischen Behörden zusätzliche Maßnahmen einführen.
Wann Sie die Tierarztpraxis rufen sollten
Haben Ihre Rinder, Schweine, Schafe oder Ziegen hohes Fieber, Speichelfluss, Blasen und Geschwüre im Maul oder an den Klauen, lahmen sie oder bricht die Milchleistung stark ein, rufen Sie sofort die Tierärztin oder den Tierarzt und transportieren Sie die Tiere nicht. Der Verdacht auf MKS muss in jedem Land sofort den Veterinärbehörden gemeldet werden: Von der Schnelligkeit des Anrufs hängt ab, wie viele Betriebe betroffen sind.
Quellen
- Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten der Republik Korea (MAFRA), MKS-Zentralstab, 28. Oktober 2026



